Fleisch
wird nicht durch gekaufte Zertifikate hhalaal.
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"Hhalaalzertifikate"
haben nur dann einen Sinn, wenn am Etikett auch erklärt wird, was denn im
konkreten Fall mit hhalaal (bzw. mit Islamischer Schlachtung)
gemeint sei oder zumindest auf eine Website verwiesen wird, wo der
Geschäftshintergrund und der Schlachtvorgang im Detail beschrieben wird, denn nur so kann der
Konsument feststellen, ob er das Stück Fleisch kaufen will oder
nicht. Warum? Kann man bzw. muss man Muslimen nicht
vertrauen
wenn sie sagen, "dieses Fleisch ist halaal"? Die Behauptung, dass das Fleisch hhalaal
sei, oder nach den "Vorschriften des Islam" geschlachtet wurde,
lässt ein Zertifikat bedeutungslos, ganz unabhängig davon, wer das
Zertifikat ausgestellt hat, denn es es gibt unterschiedlichste Fatwas
(Rechtsgutachten) darüber, was denn als Hhalaalfleisch gilt und am
heutigen Fatwamarkt sind beliebige Rechtsgutachten zu bekommen.
Hhalaalfleisch
beginnt mit dem Erwerb des zu schlachtenden Tieres,
denn wenn der Erwerb nicht hhalaal war, dann wird das
Fleisch durch eine richtige Schlachtung
auch nicht hhalaal. So ist etwa ein gestohlenes
oder mit Zinsen (Ribaa) erworbenes Tier nicht hhalaal.
Übrigens, Muslime sind nicht verpflichtet Fleisch zu essen,
doch geschäftliche Gier kann dazu verleiten, Hharaamfleisch als Hhalaalfleisch zu
bewerten und folglich falsch zu etikettieren.
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Auszug aus einem Interview
Islaamische Zeitung: Auf Ihrer Webseite benutzen Sie die Formulierung „100 % Hhalaal“. Es gibt ja viele Kontroversen um diesen Begriff „hhalaal“ und die Hhalaalzertifikate. Wie sehen Sie das aus Ihrer Warte?
Suphi Kaya: Wie schon erwähnt wäre das eine Aufgabe
der muslimischen Organisationen wie der Islaamischen Föderation Berlin. Wäre
hier klar definiert, was „hhalaal“ aus Islaamischer Sicht ist, dann müssten
sich Verbände und Gemeinden einigen und eine Fatwa erstellen, wie
geschlachtet werden soll, damit es Halaal ist. So müsste dann auch Kontrollen
stattfinden wie geschlachtet wird, woher die Tiere stammen, wie das Fleisch
transportiert und wie es schließlich verarbeitet wird. Dann würde ein
Zertifikat ausgestellt werden.
Momentan jedoch hat ein jeder so ein „Hhalaal“-Zertifikat und diese werden
sogar untereinander kopiert, weiter gereicht und ausgehängt. Oft ist es auch
so, dass man zwar ein Zertifikat hat, aber das Datum abgelaufen ist und es
daher ungültig ist, da man die Gebühren nicht weiter gezahlt hat und das
Zertifikat nicht erneuert wurde. Das Etikett aber hängt immer noch aus, oder
man hat es von woanders kopiert. So werden die Kunden getäuscht.
Der Begriff „hhalaal“ wird von vielen – sogar Leuten, die den Islaam nicht
praktizieren und denen das Thema nichts bedeutet – verwendet. Hier liegt
auch eine Schwierigkeit für uns, denn solches Fleisch, das nicht Hhalaal ist,
kann auf dem Markt etwa ein Euro günstiger gekauft werden.
Das Problem ist, dass in Deutschland nicht hhalaal geschlachtet werden darf.
Solches Fleisch findet sich oft in Dönerbuden und Restaurants. Normalerweise
wird man als Kunde sagen, dass „wenn ‘halal’ draufsteht, auch ‘hhalaal’ drin
ist“, und das ist auch die eigentliche Haltung, nämlich dass man dem Wort
Glauben schenkt. Doch leider kann man heute aufgrund der vielen negativen
Erfahrungen nicht mehr so verfahren.
Lab zur Käseerzeugung
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Abuu Hhaniifah, auf dem die Hanafitische Rechtsschule zurückzuführen ist, stuft tierisches Lab aus verendeten (mayta) oder nicht halal geschlachteten Tieren als rein und halal an, da die Enzyme im Lab nicht sterben, wenn das Tier stirbt. Bei der Beurteilung von Lab spielt also nicht die Schlachtung oder die Religion des Schlachters eine Rolle, sondern vielmehr die Frage, ob das Lab als eigenes Lebewesen beurteilt werden kann oder nicht. Die Blutzirkulation in einem Organ ist das Fundament, um von einem Lebewesen sprechen zu können. Da durch das Lab kein Blut fließt, kann es auch nicht als Lebewesen angesehen werden. Daher kann es nicht „sterben“ und somit wäre der Verzehr von Lab erlaubt. Ein weiterer Beleg dafür, dass das Lab als rein angesehen wird, sind die Überlieferungen der Sahâbis (Prophetengefährten), dass sowohl der Prophet als auch die Sahâbis, unter anderem Umar bin Hattâb (r), von Nichtmuslimen hergestellten Käse verzehrt haben.
Auch wurde der Käse aus von Zoroastrien bewohnten Stäḍen gespeist, wobei die von ihnen geschlachteten Tiere als „Mayta“ (unreines Fleisch) galt. Der Käse wurde mit dem Lab dieser Lämmer und Böcke hergestellt.
Der Rechtssgelehrte Abd an-Nasîr Abul Basal argumentiert in Bezug zu diesem Thema, dass Lab im Gegensatz zu Fett und Fleisch ein anderer Stoff sei, sodass man es in diesem Kontext nicht mit den Beschlüssen von Fett und Fleisch, sondern mit Milch vergleichen müsse.
Auch wird der Käse aus tierischem Lab als rein betrachtet, da bei der Käseherstellung nur eine geringe Menge Lab mit viel Milch vermischt wird und somit eine mögliche Unreinheit des Labs aufgehoben wird. Des Weiteren wird die vollständige Zustandsänderung (Istihala) des Labs beachtet, da sich die ursprüngliche Beschaffenheit verändert, wenn aus dem Lab Käse hergestellt wird.
Nach der Mehrheit der Gelehrten der Malikitischen und Schafiitischen Rechtsschule, wird tierisches Lab von nicht hhalal geschächteten Tieren als unrein eingestuft. Die Art des Tieres spielt dabei keine Rolle, denn das Lab aus dem Tiermagen gilt ebenfalls als unrein, weil es aus einem unreinen (nicht nach islamischen Richtlinien geschächtetem) Tier stammt
Imam Ahmad, auf dem die Hanbalitische Rechtsschule zurückzuführen ist, vertritt bezüglich tierischem Lab aus nicht hhalal geschächteten Tieren, zwei verschiedene Meinungen. Gemäß einer seiner zwei Meinungen ist er auch der Ansicht wie Abuu Hhaniifah und stuft das tierische Lab als rein an. Nach seiner anderen Meinung stuft er das tierische Lab wie Imam Malik und Imam Schafii als unrein an.
www.halalblog.de/post/ist-tierisches-lab-halal