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000251_der_drache loescht
42 cm x 28,5 cm | Tinte, Aquarell auf Löschblatt und Papier / Graz 1974
Löschung von Pinselstrichen, umgeben mit erklärendem Text in der Zeit meinerersten Klausur,
. Die einjährige Klausur mit Vollservice im geschützten Raum. Ein Jahr lang musste ich mich nicht um meinen Lebensunterhalt kümmern, sondern hatte Zeit und Konzentration um mich diversen psychedelischen Experimenten, Malerei und Literatur ungestört zu widmen. Der Raum war klein. Immerhin, dieser Umstand war zu meinem Schutz. In diesem Jahr entstanden die Bildserien: Hotel - Farbkasten - Insel - Erleuchtung - Cosmix - Lustgärtlein - Löschbeginn und es ging mir darum, jedweden Stil zu vermeiden und oft auch das zu malen, was mir widerstrebte. Es waren meine ersten Forschungsversuche meiner Selbst mittels Malerei. .
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Die Tinte des frisch Geschriebenen ist mit dem Löschblatt gelöscht.
Meist verwendete ich eine spitze Schreibfeder, die ich in Tinte tauchte, so dass
genügend Tinte diesen
Löschvorgang - neben den Inhalten des Schreibens - verdeutlichte
und das Gelöschte immer dichter wurde je öfter ich löschte.
Diesen Prozess des Löschens übertrug sich später auch auf
Pinsel, angesammelten Staub und weitere Handlungen, wie
etwa das Durchscheuern und Abnützen von Kleidungsstücken, eine
Wahrnehmung, die sich später als mystische Erfahrung
herausstellte. ...
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