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.künstlich II
Das Museum musealisiert und ist Sammelort der Verluste. Nomadenzelt mit Haushaltsgegenständen. Wenn eine Lebensweise ausgestorben ist, stirbt damit auch der ursprüngliche Informationsfluss, welcher von dieser Lebensweise getragen wurde. Das Äußere ist vom Inneren nicht ohne Verlust trennbar. Wenn etwas musealisiert wird, stirbt es. Ammaan / 1981
Kunst als Forschungsinstrument des eignen Verhalten in einer Krise und Erforschung der Krise als Kunst. Zur Tarnung in kolonialer Forscherkleidung.
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Ein Reiseprojekt in
Mit den geschichtlichen und politischen Zusammenhängen der Krise setze ich mich nicht auseinander, dafür mit den Zedern des antiken Libanon. Wer und warum gegen wen kämpft war nicht mein Motiv der Krisenforschung, vielmehr wie kann ich im Krisengebiet mittels eigner Kunst mich selbst erforschen? Oder wie funktioniere ich als Künstler in einem Krisengebiet. Inwieweit ist Kunst in der Krise durchführbar und wie vor Ort kommunizierbar? In dem Maße wie eine Lebensweise ausstirbt, stirbt damit auch der entsprechende Informationsfluss, welcher von dieser Lebensweise getragen wird und Überlieferungen werden pervertiert. Das Äußere ist vom Inneren wie bei einer Seifenblase nicht trennbar, selbst wenn man - wie in einem Museum - Dinge hinaus und hineintragen kann. Musealisierung ist die Schwester der Säkularisierung und beides sind Glaubenslehren der demokratischen Religion, welche die wahre Lebensqualität zerstören.
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