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006979_hab.und.gut_04
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Holz ohne Nägel ca. 40
zusammengebaute Holzteile Teile ohne Nägel - |
Unbekannter Tischler
aus dem Hindukusch
und im wörtlichen Sinn: "Muqallid" Wolfgang Lobisser,
der die Kiste mit neuem, hellen Holz in Handarbeit nachgebaut hat. |
Die ist ein Gleichnis für Taqlid" 1425 (2004)
Katalog :
kunst [ohne] raum : Seite 62
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6979
Taqliid
. |
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429
Taqliid ..
Taqlid bedeutet den Rechtssprüchen eines Gelehrten ohne sich das Wissen über
die ausführlichen Beweise dieser Meinungen anzueignen zu folgen. Eine Person
ist gezwungen dies zu tun, da er nicht im Stande ist die Beweise zu
begreifen um sich seine eigene Meinung über irgendeine detailreiche
Angelegenheit des Diins zu bilden. Dieses Verlassen auf eine Gruppen von
hoch qualifizierten Individuen kann man in jedem Aspekt des menschlichen
Lebens sehen: Von dem Moment, an dem wir einen Anbau an unser Haus bauen
wollen, bis zu dem, an dem wir uns selber behandeln möchten, verweisen wir
bedingungslos auf die Experten. Der Kranke versucht nie sich selber zu
diagnostizieren, ganz zu schweigen davon sich nach seinem eigenen Wissen die
Routine der Medizin, die er nehmen muss, zu verordnen. Sondern er sitzt in
bescheidener Weise und akzeptiert alles was der Doktor ihm sagt und ihm
verordnet. Es scheint als sei allein der Islam als solch etwas herausgesucht
wurden, dass jede Person nicht nur seine geistige Fähigkeiten (wie
mangelhaft sie auch sind) um seine detailreichen Lehren zu bestimmen ausüben
darf, sondern vielmehr wird es als seine Pflicht erklärt.
Mufti Muhammed Sajjad
.Hab
& Gut
Ein Projekt der
kongruent.art
1989: Ausstellung in der Galerie Gras -Wien
.
(amtlich Übersiedlungsgut von Pakistan nach Österreich)
: Holzmöbel, Türen,
Sessel, Betten, Matten, Messer, Truhen, Kästen, Filzteppiche, Webstuhl,
Teller usf. aus den Tälern des Hindukusch
- importiert als
"Übersiedlungsgut". Das echte Hab und Gut aber,
das ist nur das, was man beim Übersiedeln in
das
nächste Leben mitnimmt.
Cultural
reExport
- Al Hamra Art Center Lahore - Strassengel
... ausgehend von der Ausstellung im Al
Hamara-Art Center Lahore / Pakistan, wo ich den Boden mit "aus dem Westen
importierten Second-Hand-Sakkos" bedeckte. Einige der Sakkos habe ich
zerschnitten und aus den brauchbaren Teilen einen Mantel im traditionellen
islamischen Stil zusammengenäht, also veredelt und - neben vielen anderen
Objekten - nach Europa reExportiert. Cultural reEexport geschieht ständig in
der Weltwirtschaft zwecks Ausbeutung billiger Arbeitskräften und produktionsbedingten
Prozessen, doch hier geht es um den spirituellen ReExport, versteckt unter kulturellen
Oberflächen, wie etwa
Hab & Gut.
Exportiert einen europäischen Stein (Bangkokprojekt) ReExportiert den Islam
bzw. die Seele veredelt.
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