Arbeitslos.News


 

 

 

 

Richard David Precht spricht am 20.10.2017 indirekt über das Projkets: "beruflich arbeitslos", welches ich 2004 - im Kontext des Rettungskomplett - umzusetzen begann. 

 

Arbeitsvermittler werden zu Therapeuten

Gesellschaft 28.01.2016

Der Alltag im Arbeitsmarktservice (AMS) spiegelt gesellschaftliche Veränderungen. Wiener Forscher haben nun die Situation der Berater in Österreich, Deutschland und der Schweiz analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Mitarbeiter immer mehr zu Sozialarbeitern oder Therapeuten werden und in Österreich unter besonderem Zeitdruck stehen.

Die Wissenschaftler um Birgit Sauer vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien suchten nach staatlichen Institutionen, die in den vergangenen Jahren starken Veränderungen ausgesetzt waren. Im Rahmen eines über drei Jahre laufenden, vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Forschungsprojekts analysierten die Forscher, wie Berater und ihre Klienten miteinander umgehen.

Dafür durchforsteten sie zahlreiche Dokumente, die an Berater gerichtet sind, führten Interviews auf verschiedenen Unternehmens-Ebenen, analysierten Videos von Beratungssituationen und begleiteten Berater über mehrere Tage hinweg. Der Fokus lag auf den Arbeitsvermittlern selbst, die als so genannte "'Street-Level-Bureaucrats' an der Basis staatliche Politik umsetzen müssen", sagt Sauer zur APA.

Berufsbild "Emotionsarbeiter"

Besonders interessant war die emotionale Komponente dieser Arbeit: Seit einigen Jahren seien die Berater etwa zunehmend angehalten, freundlich zu sein, Ängste bei den Erwerbslosen abzubauen und möglichst ein kooperatives Klima in der Beratung herzustellen, erklärt Sauer. Das passe nicht unbedingt in das frühere Bild der sehr rationalen öffentlichen Verwaltung mit klar hierarchischem Aufbau, die Geld oder Jobs nach bestimmten Vorgaben mehr oder weniger emotionslos verteilt. Nun gehe es in der Verwaltung vor allem um das "Aktivieren".

Auf die Arbeitsvermittlung umgelegt heißt das, dass "Leute dazu aktiviert werden, sich auch eigenständig am Arbeitsmarkt zu integrieren" - indem sie sich etwa selbstständig machen. Das Selbstverständnis der AMS-Berater gehe auch stark in Richtung "Emotionsarbeiter": "Sie agieren wie Sozialarbeiter oder Therapeuten - sie müssen sich einfühlen und empathisch sein. Das sind eigentlich ganz andere staatliche Steuerungsmechanismen als im Wohlfahrtsstaat der 1970er- und 1980er Jahre", sagte Sauer.

Frustrationspotenzial

Diese angesichts steigender Arbeitslosenzahlen fordernde Aufgabe müssen vor allem österreichische Arbeitsvermittler in einem noch engeren Zeitkorsett als ihre Kollegen in Deutschland und der Schweiz zu bewältigen. AMS-Berater müssen "in einem 15-Minuten-Takt mit allem durchkommen. Wir haben eigentlich von allen gehört, dass es da wahnsinnig schwer ist, auch die politischen Vorgaben umzusetzen. Da entsteht bei den Beratern teilweise ziemlich viel Frustration", erklärte die Forscherin. In der vergleichsweise besten Situation befinden sich Schweizer Berater.

Strategien zur Deeskalation etwa bei Aggression und zum Umgang mit den eigenen Emotionen seien in Schulungen und Ausbildungen zwar Thema, in der schnell getakteten Arbeitsrealität aber nicht immer einfach umzusetzen. Dem Versuch, ein gutes Klima herzustellen, stünden auch Probleme bei der Abgrenzung gegenüber der Arbeit gegenüber - vor allem, da AMS-Berater oft mit Menschen arbeiten, die stark unter der Arbeitslosigkeit leiden.

Im Zuge eines am Donnerstag an der Wirtschaftsuniversität Wien beginnenden Symposiums werden der Abschlussbericht des Projektes präsentiert und weitere einschlägige wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert. Teilnehmen werden auch Vertreter der Arbeits-Agenturen aus den drei untersuchten Ländern.

science.ORF.at/APA

 

Nov. 2019

 

 

 

 

 

Fakten und Mythen zur Mindestsicherung

 

Sept. 2019

AMS will schummelnde Arbeitslose aufdecken

 

Sept. 2018

Arbeit, die keiner braucht .. langsam trudeln Erkenntnisse ein.

 

 

Arbeitslosigkeit in OECD-Ländern stabilisiert sich weiter

 

 

Jänner 2017

Job verweigert: Arbeitslosengeld 2016 öfter gesperrt

Die Zahl der Sperren von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe ist 2016 abermals gestiegen, nämlich um 1,34 Prozent auf 103.804. Während das Geld weniger oft wegen versäumter Kontrollmeldungen oder Selbstkündigungen gestrichen wurde, gab es deutlich mehr Sperren wegen Verweigerung und Vereitelung der Jobaufnahme.

 

 

Jänner 2017

Verbale Attacken gegen AMS-Mitarbeiter nehmen zu

Die verbalen Übergriffe von AMS-Kunden gegen Mitarbeiter des Arbeitsmarktservice nehmen zu: 2016 wurden in Wien bereits 750 Vorfälle registriert - um 50 mehr als im Jahr zuvor. Meist geht es um die Kürzung des Arbeitslosengeldes.

 

 

14.Okt.2016     http://orf.at/stories/2362227/

Kern hält Dreitagewoche für völlig unrealistisch

„Eine einseitige Arbeitszeitverkürzung auf drei Tage pro Woche bei vollem Lohnausgleich ist in einer globalisierten Welt realistisch nicht zu schaffen“, sagte Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) gestern Abend bei einer Diskussion im Kreisky-Forum: „Jeder, der Ihnen das verspricht, ist ein Scharlatan.“

Der neu gewählte Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Norbert Schnedl, hatte nach seiner Kür eine Arbeitszeitverkürzung auf dreieinhalb Tage gefordert. Im Interview mit dem „Kurier“ (Freitag-Ausgabe) präzisierte er, dass aus seiner Sicht die Verkürzung so stark wie möglich ausfallen solle, und zwar mit vollem Lohnausgleich.

Knackpunkt Digitalisierung

Schnedl will mit der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich angesichts der Digitalisierung der Arbeitswelt die Verteilungsfrage neu stellen. Wenn es stimme, dass in den nächsten 15 Jahren bis zur Hälfte aller Jobs durch computerunterstützte Maschinen oder Software ersetzt werden, „dann muss man natürlich die Arbeitszeitverkürzung ansprechen“, so Schnedl im „Kurier“.

Auch Kern verwies darauf, dass „die Mischung aus Digitalisierung, Technologieentwicklung und Globalisierung dazu führen wird, dass sich die wirtschaftlichen Sektoren massiv verändern werden“. Schon heute gingen viele Menschen nicht mehr in die Bank oder in die Buchhandlung. „In Wahrheit ist jeder, der einen Schreibtisch vor sich hat, potenziell eine gefährdete Spezies.“

 

AMS-Chef fordert einheitliche Mindestsicherung

 

Jedem Zehnten Arbeitslosengeld gestrichen

Im Vorjahr wurde in Österreich in 102.431 Fällen das Arbeitslosengeld gestrichen, was bedeutet dass jeder zehnte Arbeitslose davon betroffen war. Regional gibt es dabei erhebliche Unterschiede.

In mehr als 29.000 Fällen haben die Betroffenen gekündigt oder es wurde das Arbeitsverhältnis „infolge eigenen Verschuldens“ beendet, wodurch sie vier Wochen auf den Arbeitslosengeldbezug warten müssen. .......

 

 

ÖVP will Verschärfung bei Zumutbarkeit von Jobs

 

 

1.August 2016

 

 

Die Langzeitarbeitslosigkeit

ist weiterhin eines der schwerwiegendsten Probleme auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Wie eine am Freitag veröffentlichte Studie der deutschen Bertelsmann Stiftung zeigt, war 2015 jeder zweite Jobsuchende länger als ein Jahr arbeitslos. Besonders gravierend ist die Lage in Südeuropa. Aber auch in Deutschland, wo ein Beschäftigungsrekord den nächsten jagt, ist lange Erwerbslosigkeit weiter ein Problem.

 

Debatte über Arbeitszeitverkürzung entbrannt

Vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, ist gestern wieder einmal eine Debatte über Arbeitszeitverkürzung entbrannt. Nachdem Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) von „Verteilungsungerechtigkeit“ in der Arbeitswelt gesprochen und neue Modelle der Arbeitszeitverkürzung gefordert hatte, wanḍen sich Wirtschaftsvertreter unisono gegen eine Verkürzung der Arbeitszeit.

„Wir haben Menschen, die vor lauter Arbeiten kaum Luft zum Atmen haben und 400.000 Arbeitslose“, gab Stöger laut einer Aussendung der AK-NÖ zu bedenken. Angesichts der hohen Zahl von Arbeitslosen brauche man neue Wege, um Arbeit gerechter zu verteilen.

Leitl fürchtet „Tag der Arbeitslosigkeit“

„Wer eine Arbeitszeitverkürzung will, riskiert, dass aus dem Tag der Arbeit ein Tag der Arbeitslosigkeit wird“, kritisierte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl.

Auch die Industriellenvereinigung wanḍe sich entschieden dagegen: „Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist angesichts von Rekordarbeitslosigkeit, niedrigen Wachstums und gerade im Vorfeld des Tages der Arbeit eine gefährliche Drohung für Beschäftigung in Österreich“, meinte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Auch der ÖVP-Wirtschaftsbund sprach sich gegen kürzere Arbeitszeiten aus.

 

 

Mindestsicherungsentzug bei Jobverweigerung

Wer auf Dauer keinen Arbeitsplatz annimmt, dem kann die Mindestsicherung komplett gestrichen werden. Der Verwaltungsgerichtshof hob nun eine Entscheidung des Salzburger Landesverwaltungsgerichts auf. Dieses ließ eine Kürzung nur bis 12,5 Prozent zu. ....

 

Jänner 2016

Studie: Roboter und Co. ersetzen fünf Mio. Jobs

Wegen des zunehmenden Einsatzes von Robotern und der fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft werden die Industrieländer einer Studie zufolge in den nächsten fünf Jahren rund fünf Millionen Jobs verlieren.

Bedroht seien vor allem Stellen in Büros und Verwaltung, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf eine Untersuchung des Weltwirtschaftsforums berichtete.

Stellen in Büros und Verwaltung bedroht

Die nächste industrielle Revolution, die unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ firmiert, mache Millionen Arbeitsplätze überflüssig. Betroffen seien weniger die Fabriken, die bereits weitgehend automatisiert sind, sondern Büros und Verwaltung.

Dem gegenüber stehen nur zwei Millionen neue Stellen, die für Spezialisten im Bereich Computer und Technik bis zum Jahr 2020 neu geschaffen werden sollen.

MINT-Fächer weiter gefragt

Frauen sind laut der Studie sehr viel mehr vom Verlust des Arbeitsplatzes bedroht als Männer, was die Forscher mit der unterschiedlichen Ausbildung der Geschlechter begründen. Im Vorteil sind hingegen alle naturwissenschaftlichen und IT-Berufe, die sogenannten MINT-Fächer, in denen der Frauenanteil noch immer niedrig ist.

 

 

Weltweite „Roboterrevolution“

Roboter werden in den kommenden 20 Jahren die Weltwirtschaft dramatisch verändern - mit schwerwiegenden Auswirkungen auf den Jobmarkt, sagt eine neue Studie. Alleine in Großbritannien könnten ein Drittel der Arbeitsplätze durch die „Roboterrevolution“ wegfallen, in den USA mit 47 Prozent sogar fast die Hälfte. Vor allem in niedrig qualifizierten Jobs könnten Roboter viele Arbeiten übernehmen, enorme soziale Verschiebungen wären die Folge. Die Technologisierung der Arbeitswelt birgt langfristig aber auch neue Möglichkeiten, wie die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt.
 

 

AMS setzt auf Speed-Dating

 


Globalisierung hilft Arbeitsmarkt nicht  

 

Österreich als „vernetztes“ Land
Österreich zählt laut einer neuen Studie im Auftrag der deutschen Bertelsmann-Stiftung klar zu den Gewinnern der Globalisierung. In einem am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellten Vergleich von 42 Staaten nimmt die heimische Volkswirtschaft dabei den siebenten Rang ein. Auf den Arbeitsmarkt hat das in Österreich aber keine positiven Auswirkungen.
„Die Arbeitsmärkte hoch entwickelter Länder wie Deutschlands, Italiens, Frankreichs, Österreichs oder der Vereinigten Staaten können kaum von der Beschleunigung der Globalisierung profitieren“, macht die Studie klar. Vereinfacht gesagt bringt die Globalisierung den industrialisierten Ländern Gewinne, den Schwellenländern die Arbeitsplätze. „Wir müssen erkennen, dass die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter öffnet“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart de Geus, am Montag.

1.010 Euro Einkommensplus jährlich
Für den „Globalisierungsreport 2014“ untersuchte die Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, in welchem Umfang die Globalisierung nationale Volkswirtschaften wachsen ließ. Dabei wurden 42 Staaten einbezogen. Grundsätzlich gewännen alle untersuchten Länder, resümierten die Autoren - die Industriestaaten profitierten aber viel stärker als die großen Schwellenländer Südafrika, Brasilien, Russland, Mexiko, China und Indien. Untersucht wurde dabei der Zeitraum von 1990 bis 2011.
Die drei größten Globalisierungsgewinner sind Finnland, Dänemark und Japan. Auf Platz vier rangiert Deutschland, wo 20 Prozent des gesamten jährlichen Wirtschaftswachstums der Globalisierung geschuldet sein soll. In absoluten Zahlen bedeutet das rund 100 Milliarden Euro pro Jahr. Die deutschen Einkommen stiegen laut den Berechnungen - allein durch die Effekte der Globalisierung - pro Jahr um 1.240 Euro. Österreich liegt mit jährlichen Einkommenssteigerungen von 1.010 Euro nicht weit davon entfernt.

Finnen mit 1.500 Euro mehr, Inder mit nur 20 Euro
Noch stärker war der Einkommensgewinn je Einwohner laut der Studie in Finnland (1.500 Euro), Dänemark (1.420 Euro) und Japan (1.400 Euro). In den Schwellenländern war der Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens durch die Globalisierung dagegen vergleichsweise gering. Die Einkommen stiegen in Indien nur um 20 Euro, in China um 80 Euro. Damit die Schwellenländer wirtschaftlich aufschließen, empfehlen die Forscher, deren Integration in die Weltwirtschaft stärker zu fördern.
Die Industrieländer sollten ihre Märkte für Produkte aus weniger entwickelten Ländern öffnen, ihre Subventionen für Agrarprodukte reduzieren sowie in den Schwellenländern Bildungsmaßnahmen und den Ausbau der Infrastruktur und der Produktionsanlagen finanzieren, empfehlen die Wissenschaftler von Prognos. Stiftungsvorstand De Geus schätzt, dass die Globalisierung erst über einen längeren Zeitraum dazu beitragen werde, dass Schwellen- und Entwicklungsländer die Wohlstandslücken zu den Industrienationen verkleinern können.

Schwellenländer ohne Anschluss an Rest der Welt
Die Forscher errechneten auch, wie stark die Wirtschaft jedes Landes global vernetzt ist. Spitzenreiter des Globalisierungsindex ist Irland mit 91 von 100 Punkten. Dahinter folgen die Niederlande und Belgien mit je 89 und das Vereinigte Königreich mit 82 Punkten. Österreich landet auf dem siebenten Rang mit 78 Punkten. Deutschland liegt mit 69 Punkten im Mittelfeld auf Platz 17. Die Schwellenländer finden sich alle am Schluss der Liste: Russland kommt mit 43 Punkten auf Platz 37, dahinter folgen Mexiko, China, Brasilien, Argentinien und Indien.
Die kleinen europäischen Nationen liegen auch deshalb in dem Index vorne, weil ihre Exporte gemessen an der Gesamtproduktion einen sehr großen Anteil haben, erklärten die Forscher. Die Niederlande und Belgien hätten auch aufgrund wichtiger Häfen einen sehr starken Außenhandel. Dagegen belege China einen der hinteren Plätze - auch wegen der Handels- und Kapitalbeschränkungen. In absoluten Zahlen ist China beim Warenhandel mit über 2,4 Billionen Euro pro Jahr weltweit auf Rang zwei hinter den USA. Doch in Relation zum eigenen Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt der Wert Belgiens beim Dreifachen des chinesischen Werts.


 

30-Stunden-Woche statt Burn-out

Der Wiener Soziologieprofessor Jörg Flecker rät der Politik, die Einführung einer 30-Stunden-Woche für alle Arbeitnehmer in Betracht zu ziehen. Damit könnten Burn-outs verhindert und die „ausufernde Teilzeitquote“ bei Frauen gesenkt werden.

Der Soziologe forscht an der Universität Wien über Trends in der Arbeitswelt. Flecker verwies gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ darauf, dass die Österreicher mit im Schnitt 42 Arbeitsstunden pro Woche nach den Briten in Europa am meisten arbeiten.

Die Verkürzung der Arbeitszeit sei laut Flecker „keine ideologische Debatte“, sondern im Hinblick auf eine gesundheits- und altersgerechte Arbeitswelt notwendig. „Man arbeitet heute außerdem auch deutlich intensiver als vor 20 Jahren.“ Davon zeuge auch die starke Zunahme psychischer Erkrankungen wie Burn-out.

Finnland als positives Beispiel

Als positives Beispiel führt der Soziologieprofessor Finnland an, dort werde deutlich weniger gearbeitet als in Österreich, und die Mitarbeiter hätten mehr Möglichkeiten, für sich selbst im Alltag Grenzen zu ziehen. Die Frage der Verteilung der Arbeit werde in der österreichischen Politik vernachlässigt, und dass es gar keine Debatte darüber gebe, liege am „Killerargument der Wettbewerbsfähigkeit“, kritisierte Flecker.

Mehr als 5.300 Krankheitsfälle wegen Burn-outs und ähnlicher Belastungs- und Ermüdungssyndrome wurden im Vorjahr bei der Wiener Gebietskrankenkasse gemeldet. Im Schnitt dauerte der Krankenstand 33 Tage. Laut dem Wiener Institut für Burn-out nimmt die Zahl der Fälle stetig zu, weil auch der Druck in der Arbeitswelt immer größer wird - mehr dazu in Zahl der Burn-out-Fälle nimmt weiter zu (wien.ORF.at; 20.1.2014).

 


 

Arbeitslosigkeit lässt Männer altern

 

Männer, die länger als zwei Jahre arbeitslos sind, altern offenbar schneller. Zu diesem Schluss kommt eine finnische Untersuchung. Die Forscher konnten dabei Veränderungen im Erbgut der männlichen Langzeitarbeitslosen nachweisen.

Mehr dazu in science.ORF.at

http://science.orf.at/stories/1728680/

Arbeit als Gesundheitsvorsorge
Es zeigte sich, dass jene Männer, die in den vergangenen drei Jahren mehr als zwei Jahre arbeitslos waren, im Vergleich zu ihren arbeitenden Altersgenossen doppelt so häufig verkürzte Telomere besaßen. Andere Faktoren wie Lebensgewohnheiten, Krankheiten oder soziale Probleme wurden herausgerechnet.
Bei den Frauen konnten die Forscher diesen Trend nicht feststellen. Das könnte aber auch daran liegen, dass deutlich weniger der untersuchten Frauen in diesem Zeitraum arbeitslos gewesen waren. D.h., es lässt sich auf Basis der Daten nicht sagen, ob Langzeitarbeitslosigkeit für Männer schädlicher ist als für Frauen.
Dass sich belastende Lebenserfahrungen negativ auf die Länge der Telomere auswirken können, war schon bisher bekannt. Dass auch die Arbeitslosigkeit dazu zählt, ist den Forschern zufolge neu. Negative Auswirkungen wurden zwar untersucht, aber nicht auf zellulärer Ebene. Laut Studienleiterin Leena Ala-Mursula sollten Entscheidungsträger auch diese Langzeiteffekte von Arbeitslosigkeit in jungen Jahren bedenken. Für Arbeit zu sorgen, sei so gesehen ein wichtiges Mittel der generellen Gesundheitsvorsorge.
science.ORF.atscience.ORF.at

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