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Arbeitslos.News
Richard David Precht spricht
am 20.10.2017 indirekt über das Projkets: "beruflich arbeitslos",
welches ich 2004 - im Kontext des Rettungskomplett - umzusetzen begann.
Arbeitsvermittler
werden zu Therapeuten
Der Alltag im
Arbeitsmarktservice (AMS) spiegelt gesellschaftliche
Veränderungen. Wiener Forscher haben nun die Situation
der Berater in Österreich, Deutschland und der Schweiz
analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Mitarbeiter
immer mehr zu Sozialarbeitern oder Therapeuten werden
und in Österreich unter besonderem Zeitdruck stehen.
Die Wissenschaftler um
Birgit Sauer vom Institut für
Politikwissenschaft der Universität Wien suchten
nach staatlichen Institutionen, die in den
vergangenen Jahren starken Veränderungen ausgesetzt
waren. Im Rahmen eines über drei Jahre laufenden,
vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten
Forschungsprojekts analysierten die Forscher, wie
Berater und ihre Klienten miteinander umgehen.
Dafür durchforsteten sie
zahlreiche Dokumente, die an Berater gerichtet sind,
führten Interviews auf verschiedenen
Unternehmens-Ebenen, analysierten Videos von
Beratungssituationen und begleiteten Berater über
mehrere Tage hinweg. Der Fokus lag auf den
Arbeitsvermittlern selbst, die als so genannte "'Street-Level-Bureaucrats'
an der Basis staatliche Politik umsetzen müssen",
sagt Sauer zur APA.
Berufsbild
"Emotionsarbeiter"
Besonders interessant war die
emotionale Komponente dieser Arbeit: Seit einigen
Jahren seien die Berater etwa zunehmend angehalten,
freundlich zu sein, Ängste bei den Erwerbslosen
abzubauen und möglichst ein kooperatives Klima in
der Beratung herzustellen, erklärt Sauer. Das passe
nicht unbedingt in das frühere Bild der sehr
rationalen öffentlichen Verwaltung mit klar
hierarchischem Aufbau, die Geld oder Jobs nach
bestimmten Vorgaben mehr oder weniger emotionslos
verteilt. Nun gehe es in der Verwaltung vor allem um
das "Aktivieren".
Auf die Arbeitsvermittlung
umgelegt heißt das, dass "Leute dazu aktiviert
werden, sich auch eigenständig am Arbeitsmarkt zu
integrieren" - indem sie sich etwa selbstständig
machen. Das Selbstverständnis der AMS-Berater gehe
auch stark in Richtung "Emotionsarbeiter": "Sie
agieren wie Sozialarbeiter oder Therapeuten - sie
müssen sich einfühlen und empathisch sein. Das sind
eigentlich ganz andere staatliche
Steuerungsmechanismen als im Wohlfahrtsstaat der
1970er- und 1980er Jahre", sagte Sauer.
Frustrationspotenzial
Diese angesichts steigender
Arbeitslosenzahlen fordernde Aufgabe müssen vor
allem österreichische Arbeitsvermittler in einem
noch engeren Zeitkorsett als ihre Kollegen in
Deutschland und der Schweiz zu bewältigen.
AMS-Berater müssen "in einem 15-Minuten-Takt mit
allem durchkommen. Wir haben eigentlich von allen
gehört, dass es da wahnsinnig schwer ist, auch die
politischen Vorgaben umzusetzen. Da entsteht bei den
Beratern teilweise ziemlich viel Frustration",
erklärte die Forscherin. In der vergleichsweise
besten Situation befinden sich Schweizer Berater.
Strategien zur Deeskalation etwa
bei Aggression und zum Umgang mit den eigenen
Emotionen seien in Schulungen und Ausbildungen zwar
Thema, in der schnell getakteten Arbeitsrealität
aber nicht immer einfach umzusetzen. Dem Versuch,
ein gutes Klima herzustellen, stünden auch Probleme
bei der Abgrenzung gegenüber der Arbeit gegenüber -
vor allem, da AMS-Berater oft mit Menschen arbeiten,
die stark unter der Arbeitslosigkeit leiden.
Im Zuge eines am Donnerstag an
der Wirtschaftsuniversität Wien beginnenden
Symposiums werden der Abschlussbericht des
Projektes präsentiert und weitere einschlägige
wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert.
Teilnehmen werden auch Vertreter der
Arbeits-Agenturen aus den drei untersuchten Ländern.
science.ORF.at/APA
Nov. 2019
Nur knapp 70.000 für Grundeinkommen-Volksbegehren
Volksbegehren
für bedingungsloses Grundeinkommen startet
Fakten und Mythen zur Mindestsicherung
Sept. 2019
AMS
will schummelnde Arbeitslose aufdecken
Sept. 2018
Arbeit, die keiner braucht ..
langsam trudeln
Erkenntnisse ein.
Arbeitslosigkeit in OECD-Ländern stabilisiert
sich weiter
Jänner 2017
Die
Zahl der Sperren von Arbeitslosengeld oder
Notstandshilfe ist 2016 abermals gestiegen, nämlich
um 1,34 Prozent auf 103.804. Während das Geld
weniger oft wegen versäumter Kontrollmeldungen oder
Selbstkündigungen gestrichen wurde, gab es deutlich
mehr Sperren wegen Verweigerung und Vereitelung der
Jobaufnahme.
Jänner 2017
Die
verbalen Übergriffe von AMS-Kunden gegen Mitarbeiter
des Arbeitsmarktservice nehmen zu: 2016 wurden in
Wien bereits 750 Vorfälle registriert - um 50 mehr
als im Jahr zuvor. Meist geht es um die Kürzung des
Arbeitslosengeldes.
14.Okt.2016 http://orf.at/stories/2362227/
„Eine einseitige Arbeitszeitverkürzung auf drei Tage
pro Woche bei vollem Lohnausgleich ist in einer
globalisierten Welt realistisch nicht zu schaffen“,
sagte Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) gestern
Abend bei einer Diskussion im Kreisky-Forum: „Jeder,
der Ihnen das verspricht, ist ein Scharlatan.“
Der
neu gewählte Chef der Gewerkschaft Öffentlicher
Dienst (GÖD), Norbert Schnedl, hatte nach seiner Kür
eine Arbeitszeitverkürzung auf dreieinhalb Tage
gefordert. Im Interview mit dem „Kurier“
(Freitag-Ausgabe) präzisierte er, dass aus seiner
Sicht die Verkürzung so stark wie möglich ausfallen
solle, und zwar mit vollem Lohnausgleich.
Knackpunkt Digitalisierung
Schnedl will mit der Arbeitszeitverkürzung bei
vollem Lohnausgleich angesichts der Digitalisierung
der Arbeitswelt die Verteilungsfrage neu stellen.
Wenn es stimme, dass in den nächsten 15 Jahren bis
zur Hälfte aller Jobs durch computerunterstützte
Maschinen oder Software ersetzt werden, „dann muss
man natürlich die Arbeitszeitverkürzung ansprechen“,
so Schnedl im „Kurier“.
Auch Kern verwies darauf, dass „die Mischung aus
Digitalisierung, Technologieentwicklung und
Globalisierung dazu führen wird, dass sich die
wirtschaftlichen Sektoren massiv verändern werden“.
Schon heute gingen viele Menschen nicht mehr in die
Bank oder in die Buchhandlung. „In Wahrheit ist
jeder, der einen Schreibtisch vor sich hat,
potenziell eine gefährdete Spezies.“
AMS-Chef fordert einheitliche
Mindestsicherung
Jedem Zehnten Arbeitslosengeld gestrichen
Im Vorjahr wurde in Österreich in 102.431
Fällen das Arbeitslosengeld gestrichen, was bedeutet dass jeder zehnte
Arbeitslose davon betroffen war. Regional gibt es dabei erhebliche
Unterschiede.
In mehr als 29.000 Fällen
haben die Betroffenen gekündigt oder es wurde das Arbeitsverhältnis „infolge
eigenen Verschuldens“ beendet, wodurch sie vier Wochen auf den
Arbeitslosengeldbezug warten müssen. .......
ÖVP will Verschärfung bei Zumutbarkeit von Jobs
1.August 2016
Die Zahl der Arbeitslosengeldsperren steigt, die
Debatte über angeblich Arbeitsunwillige wird
heftiger. Gast in der ZIB2 ist der Chef des
Arbeitsmarktservices (AMS), Johannes Kopf.
Die
Langzeitarbeitslosigkeit
ist weiterhin eines der schwerwiegendsten Probleme auf dem europäischen
Arbeitsmarkt. Wie eine am Freitag veröffentlichte Studie der deutschen
Bertelsmann Stiftung zeigt, war 2015 jeder zweite Jobsuchende länger als ein
Jahr arbeitslos. Besonders gravierend ist die Lage in Südeuropa. Aber auch
in Deutschland, wo ein Beschäftigungsrekord den nächsten jagt, ist lange
Erwerbslosigkeit weiter ein Problem.
Vor dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit, ist gestern
wieder einmal eine Debatte über
Arbeitszeitverkürzung entbrannt. Nachdem
Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) von
„Verteilungsungerechtigkeit“ in der Arbeitswelt
gesprochen und neue Modelle der
Arbeitszeitverkürzung gefordert hatte, wanḍen sich
Wirtschaftsvertreter unisono gegen eine Verkürzung
der Arbeitszeit.
„Wir haben Menschen, die vor
lauter Arbeiten kaum Luft zum Atmen haben und
400.000 Arbeitslose“, gab Stöger laut einer
Aussendung der AK-NÖ zu bedenken. Angesichts der
hohen Zahl von Arbeitslosen brauche man neue Wege,
um Arbeit gerechter zu verteilen.
Leitl fürchtet „Tag der Arbeitslosigkeit“
„Wer eine Arbeitszeitverkürzung will, riskiert,
dass aus dem Tag der Arbeit ein Tag der
Arbeitslosigkeit wird“, kritisierte
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl.
Auch die Industriellenvereinigung wanḍe sich
entschieden dagegen: „Die Forderung nach
Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ist
angesichts von Rekordarbeitslosigkeit, niedrigen
Wachstums und gerade im Vorfeld des Tages der Arbeit
eine gefährliche Drohung für Beschäftigung in
Österreich“, meinte IV-Generalsekretär Christoph
Neumayer. Auch der ÖVP-Wirtschaftsbund sprach sich
gegen kürzere Arbeitszeiten aus.
Mindestsicherungsentzug bei Jobverweigerung
Wer auf Dauer keinen Arbeitsplatz annimmt, dem kann die Mindestsicherung
komplett gestrichen werden. Der Verwaltungsgerichtshof hob nun eine
Entscheidung des Salzburger Landesverwaltungsgerichts auf. Dieses ließ eine
Kürzung nur bis 12,5 Prozent zu. ....
Jänner 2016
Studie: Roboter und Co. ersetzen fünf Mio. Jobs
Wegen des zunehmenden Einsatzes von Robotern und der
fortschreitenden Digitalisierung der Wirtschaft
werden die Industrieländer einer Studie zufolge in
den nächsten fünf Jahren rund fünf Millionen Jobs
verlieren.
Bedroht seien vor allem Stellen in Büros und
Verwaltung, wie die „Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung“ unter Berufung auf eine
Untersuchung des Weltwirtschaftsforums berichtete.
Stellen in Büros und Verwaltung bedroht
Die nächste industrielle Revolution, die unter dem
Schlagwort „Industrie 4.0“ firmiert, mache Millionen
Arbeitsplätze überflüssig. Betroffen seien weniger
die Fabriken, die bereits weitgehend automatisiert
sind, sondern Büros und Verwaltung.
Dem gegenüber stehen nur zwei Millionen neue
Stellen, die für Spezialisten im Bereich Computer
und Technik bis zum Jahr 2020 neu geschaffen werden
sollen.
MINT-Fächer weiter gefragt
Frauen sind laut der Studie sehr viel mehr vom
Verlust des Arbeitsplatzes bedroht als Männer, was
die Forscher mit der unterschiedlichen Ausbildung
der Geschlechter begründen. Im Vorteil sind hingegen
alle naturwissenschaftlichen und IT-Berufe, die
sogenannten MINT-Fächer, in denen der Frauenanteil
noch immer niedrig ist.
Weltweite „Roboterrevolution“
Roboter
werden in den kommenden 20 Jahren die Weltwirtschaft dramatisch verändern -
mit schwerwiegenden Auswirkungen auf den Jobmarkt, sagt eine neue Studie.
Alleine in Großbritannien könnten ein Drittel der Arbeitsplätze durch die
„Roboterrevolution“ wegfallen, in den USA mit 47 Prozent sogar fast die
Hälfte. Vor allem in niedrig qualifizierten Jobs könnten Roboter viele
Arbeiten übernehmen, enorme soziale Verschiebungen wären die Folge. Die
Technologisierung der Arbeitswelt birgt langfristig aber auch neue
Möglichkeiten, wie die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt.
AMS setzt auf
Speed-Dating
Globalisierung hilft Arbeitsmarkt nicht
Österreich als „vernetztes“ Land
Österreich zählt laut einer neuen Studie im Auftrag der deutschen
Bertelsmann-Stiftung klar zu den Gewinnern der Globalisierung. In einem am
Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellten Vergleich von 42 Staaten nimmt die
heimische Volkswirtschaft dabei den siebenten Rang ein. Auf den Arbeitsmarkt
hat das in Österreich aber keine positiven Auswirkungen.
„Die Arbeitsmärkte hoch entwickelter Länder wie Deutschlands, Italiens,
Frankreichs, Österreichs oder der Vereinigten Staaten können kaum von der
Beschleunigung der Globalisierung profitieren“, macht die Studie klar.
Vereinfacht gesagt bringt die Globalisierung den industrialisierten Ländern
Gewinne, den Schwellenländern die Arbeitsplätze. „Wir müssen erkennen, dass
die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter
öffnet“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart de
Geus, am Montag.
1.010 Euro Einkommensplus jährlich
Für den „Globalisierungsreport 2014“ untersuchte die Prognos AG im
Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, in welchem Umfang die Globalisierung
nationale Volkswirtschaften wachsen ließ. Dabei wurden 42 Staaten
einbezogen. Grundsätzlich gewännen alle untersuchten Länder, resümierten die
Autoren - die Industriestaaten profitierten aber viel stärker als die großen
Schwellenländer Südafrika, Brasilien, Russland, Mexiko, China und Indien.
Untersucht wurde dabei der Zeitraum von 1990 bis 2011.
Die drei größten Globalisierungsgewinner sind Finnland, Dänemark und Japan.
Auf Platz vier rangiert Deutschland, wo 20 Prozent des gesamten jährlichen
Wirtschaftswachstums der Globalisierung geschuldet sein soll. In absoluten
Zahlen bedeutet das rund 100 Milliarden Euro pro Jahr. Die deutschen
Einkommen stiegen laut den Berechnungen - allein durch die Effekte der
Globalisierung - pro Jahr um 1.240 Euro. Österreich liegt mit jährlichen
Einkommenssteigerungen von 1.010 Euro nicht weit davon entfernt.
Finnen mit 1.500 Euro mehr, Inder mit nur 20 Euro
Noch stärker war der Einkommensgewinn je Einwohner laut der Studie in
Finnland (1.500 Euro), Dänemark (1.420 Euro) und Japan (1.400 Euro). In den
Schwellenländern war der Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens durch die
Globalisierung dagegen vergleichsweise gering. Die Einkommen stiegen in
Indien nur um 20 Euro, in China um 80 Euro. Damit die Schwellenländer
wirtschaftlich aufschließen, empfehlen die Forscher, deren Integration in
die Weltwirtschaft stärker zu fördern.
Die Industrieländer sollten ihre Märkte für Produkte aus weniger
entwickelten Ländern öffnen, ihre Subventionen für Agrarprodukte reduzieren
sowie in den Schwellenländern Bildungsmaßnahmen und den Ausbau der
Infrastruktur und der Produktionsanlagen finanzieren, empfehlen die
Wissenschaftler von Prognos. Stiftungsvorstand De Geus schätzt, dass die
Globalisierung erst über einen längeren Zeitraum dazu beitragen werde, dass
Schwellen- und Entwicklungsländer die Wohlstandslücken zu den
Industrienationen verkleinern können.
Schwellenländer ohne Anschluss an Rest der Welt
Die Forscher errechneten auch, wie stark die Wirtschaft jedes Landes
global vernetzt ist. Spitzenreiter des Globalisierungsindex ist Irland mit
91 von 100 Punkten. Dahinter folgen die Niederlande und Belgien mit je 89
und das Vereinigte Königreich mit 82 Punkten. Österreich landet auf dem
siebenten Rang mit 78 Punkten. Deutschland liegt mit 69 Punkten im
Mittelfeld auf Platz 17. Die Schwellenländer finden sich alle am Schluss der
Liste: Russland kommt mit 43 Punkten auf Platz 37, dahinter folgen Mexiko,
China, Brasilien, Argentinien und Indien.
Die kleinen europäischen Nationen liegen auch deshalb in dem Index vorne,
weil ihre Exporte gemessen an der Gesamtproduktion einen sehr großen Anteil
haben, erklärten die Forscher. Die Niederlande und Belgien hätten auch
aufgrund wichtiger Häfen einen sehr starken Außenhandel. Dagegen belege
China einen der hinteren Plätze - auch wegen der Handels- und
Kapitalbeschränkungen. In absoluten Zahlen ist China beim Warenhandel mit
über 2,4 Billionen Euro pro Jahr weltweit auf Rang zwei hinter den USA. Doch
in Relation zum eigenen Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt der Wert Belgiens
beim Dreifachen des chinesischen Werts.
30-Stunden-Woche statt Burn-out
Der Wiener Soziologieprofessor Jörg Flecker rät der
Politik, die Einführung einer 30-Stunden-Woche für alle
Arbeitnehmer in Betracht zu ziehen. Damit könnten Burn-outs
verhindert und die „ausufernde Teilzeitquote“ bei Frauen
gesenkt werden.
Der Soziologe forscht an der Universität Wien über Trends in
der Arbeitswelt. Flecker verwies gegenüber der „Tiroler
Tageszeitung“ darauf, dass die Österreicher mit im Schnitt
42 Arbeitsstunden pro Woche nach den Briten in Europa am
meisten arbeiten.
Die Verkürzung der Arbeitszeit sei laut Flecker „keine
ideologische Debatte“, sondern im Hinblick auf eine
gesundheits- und altersgerechte Arbeitswelt notwendig. „Man
arbeitet heute außerdem auch deutlich intensiver als vor 20
Jahren.“ Davon zeuge auch die starke Zunahme psychischer
Erkrankungen wie Burn-out.
Finnland als positives Beispiel
Als positives Beispiel führt der Soziologieprofessor
Finnland an, dort werde deutlich weniger gearbeitet als in
Österreich, und die Mitarbeiter hätten mehr Möglichkeiten,
für sich selbst im Alltag Grenzen zu ziehen. Die Frage der
Verteilung der Arbeit werde in der österreichischen Politik
vernachlässigt, und dass es gar keine Debatte darüber gebe,
liege am „Killerargument der Wettbewerbsfähigkeit“,
kritisierte Flecker.
Mehr als 5.300 Krankheitsfälle wegen Burn-outs und ähnlicher
Belastungs- und Ermüdungssyndrome wurden im Vorjahr bei der
Wiener Gebietskrankenkasse gemeldet. Im Schnitt dauerte der
Krankenstand 33 Tage. Laut dem Wiener Institut für Burn-out
nimmt die Zahl der Fälle stetig zu, weil auch der Druck in
der Arbeitswelt immer größer wird - mehr dazu in Zahl der
Burn-out-Fälle nimmt weiter zu (wien.ORF.at; 20.1.2014).
Männer, die länger als zwei Jahre arbeitslos sind,
altern offenbar schneller. Zu diesem Schluss kommt
eine finnische Untersuchung. Die Forscher konnten
dabei Veränderungen im Erbgut der männlichen
Langzeitarbeitslosen nachweisen.
Mehr
dazu in
science.ORF.at
http://science.orf.at/stories/1728680/
Arbeitslosigkeit lässt Männer altern
Männer, die länger als zwei Jahre
arbeitslos sind, altern offenbar
schneller. Zu diesem Schluss kommt
eine finnische Untersuchung. Die
Forscher konnten dabei Veränderungen
im Erbgut der männlichen
Langzeitarbeitslosen nachweisen.
Kategorie: Lebenserwartung Erstellt
am 21.11.2013.
Biologisches Alter
Die Studie in "PLOS ONE":
"Long-term unemployment is
associated with short telomeres in
31-year-old men: an observational
study in the Northern Finland Birth
Cohort 1966" von Leena
Ala-Mursula et al., erschienen am
20. November 2013.
http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0080094
Für die Studie haben die
Wissenschaftler der Universität Oulu
gemeinsam mit britischen Kollegen
vom Imperial College London
DNA-Proben von 5.620 Männern und
Frauen untersucht, die alle 1966
geboren wurden. Analysiert wurden
Blutzellen aus dem Jahr 1997, als
die Teilnehmer 31 Jahre alt waren.
Die Forscher vermaßen die Länge der
Telomere. Diese häufig als
"Schutzkappen" unseres Erbguts
bezeichneten Strukturen spielen eine
wichtige Rolle im Alterungsprozess.
Sie werden im Lauf des Lebens kürzer
und sind ein Indikator für das
biologische Alter. Kurze Telomere
sollen die Entstehung von
altersbedingten Krankheiten wie
Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen
begünstigen.
Arbeit als Gesundheitsvorsorge
Es zeigte sich, dass jene Männer,
die in den vergangenen drei Jahren mehr
als zwei Jahre arbeitslos waren, im
Vergleich zu ihren arbeitenden
Altersgenossen doppelt so häufig
verkürzte Telomere besaßen. Andere
Faktoren wie Lebensgewohnheiten,
Krankheiten oder soziale Probleme wurden
herausgerechnet.
Bei den Frauen konnten die Forscher
diesen Trend nicht feststellen. Das
könnte aber auch daran liegen, dass
deutlich weniger der untersuchten Frauen
in diesem Zeitraum arbeitslos gewesen
waren. D.h., es lässt sich auf Basis der
Daten nicht sagen, ob
Langzeitarbeitslosigkeit für Männer
schädlicher ist als für Frauen.
Dass sich belastende Lebenserfahrungen
negativ auf die Länge der Telomere
auswirken können, war schon bisher
bekannt. Dass auch die Arbeitslosigkeit
dazu zählt, ist den Forschern zufolge
neu. Negative Auswirkungen wurden zwar
untersucht, aber nicht auf zellulärer
Ebene. Laut Studienleiterin Leena
Ala-Mursula sollten Entscheidungsträger
auch diese Langzeiteffekte von
Arbeitslosigkeit in jungen Jahren
bedenken. Für Arbeit zu sorgen, sei so
gesehen ein wichtiges Mittel der
generellen Gesundheitsvorsorge.
science.ORF.atscience.ORF.at
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